Benno Kuppler SJ Berlin

50 Jahre ESG - Ein katholisches Grußwort

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Dr. Benno Kuppler

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Deutsche Provinz der Jesuiten Jesuit werden Aus Leidenschaft für Gott und die Menschen

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50 Jahre ESG [Evangelische Studentengemeinde] Nürnberg Neujahrsempfang am 14. Januar 1998

Grußwort von P. Dr. Benno Kuppler SJ, Hochschulpfarrer der khg Nürnberg

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Liebe Studierende, sehr geehrte Spektabilitäten, Magnifizenzen und Exzellenzen, sehr geehrte Damen und Herren, liebe MitarbeiterInnen und Kollegen der ESG,

"Kirche an der Hochschule" - das sind wir die ESG und die khg - hat einen Dienst für die Menschen in der Welt von heute zu leisten. Das ist die Botschaft Jesu Christi, die uns, der "Kirche an der Hochschule" als Vor-Gabe aufgetragen ist. In ihrer Urkunde, der Bibel, findet die Kirche - auch als "Kirche an der Hochschule", diese Botschaft niedergelegt. Unsere Aufgabe ist es nun, diese in die heutige Zeit hinein auszubuchstabieren, zu übersetzen, zu tradieren. Ihr, die ESG, und wir, die khg, versuchen dies seit nunmehr fünfzig Jahren, nicht nur in Nürnberg. Die zentrale Botschaft unseres Glaubens bezieht sich auf das Leben der Menschen, auf die Gleichheit der Menschen als Gottes Bild, als Verantwortliche für die Schöpfung und für die Gestaltung der uns anvertrauten Welt. So helfen wir, dass "Sein Reich komme", wie wir gemeinsam im Vaterunser beten.

"Kirche an der Hochschule" will diese Botschaft auch in den Diskurs der universitären Kultur einbringen. Wir, die Studenten- und Hochschulgemeinden, suchen daher das Gespräch mit den Lehrenden und Studierenden. Wir meinen, dass "Kirche an der Hochschule" Gesichtspunkte auch in die wissenschaftliche Diskussion einbringen zu können, die bei der hohen Spezialisierung der Hochschulen in Vergessenheit geraten können. Als Stichwort sei nur die Frage nach "Ethik" genannt, allgemeiner formuliert, geht es um die Suche nach Sinn und Werten.

Zugleich sind wir als "Kirche an der Hochschule" ein Ort, an dem sich Menschen ohne Ansehen von Person, Rasse und Religion begegnen können. Ob Studierende oder Lehrende, ob alt oder jung, wollen die Studenten- und Hochschulgemeinden den Raum bieten, um sich zu begegnen, um miteinander zu suchen nach Konzepten für eine humanere Welt, für die Wahrung der Schöpfung, für den Austausch zwischen Weltanschauungen und für das "Wagnis Leben".

"Kirche an der Hochschule" ist immer auch missionarisch und mystisch. Wir wollen und dürfen die Botschaft Jesu Christi nicht verstecken. Deshalb ist die Studenten- und Hochschulgemeinde auch immer der Ort, an dem sich Christen treffen, um den Glauben miteinander zu leben. Das geschieht mit unterschiedlichen Graden an Verbindlichkeit und Engagement. Die Glaubens- und Lebensbiographien der Studierenden und Lehrenden, aber auch unsere eigenen Glaubens- und Lebensbiographien als Hauptamtliche, die wir von unseren Kirchen mit dem Dienst der Seelsorge an den Hochschulen beauftragt sind, begegnen sich, befruchten sich und - gelegentlich - reiben sie sich auch unüberhörbar.

Die Geschichte der Berufung der ersten Jünger, wie sie uns im Johannes-Evangelium [Joh 1, 35-51] überliefert ist, zeigt uns auch heute noch die Inhalte der Botschaft Jesu und Seine Didaktik, die auch für unsere Arbeit als "Kirche an der Hochschule" hilfreich und wegweisend sein kann.

bulletDa ist zunächst der Täufer Johannes, der zwei namenlose Jünger auf Jesus hinweist: "Siehe, das Lamm Gottes".
bulletSie folgen Jesus, der sich ihnen zuwendet und sie fragt: "Was sucht ihr?"
bulletDie Jünger des Johannes fragen Jesus: "Rabbi, wo wohnst du?"
bulletEr lädt ein: "Kommt, und ihr werdet sehen!" und sie blieben jenen Tag bei ihm.
bulletAndreas, einer der beiden Jünger, erzählt diese Erfahrung seinem Bruder Petrus und führt ihn zu Jesus.
bulletJesus nennt ihn bei seinem Namen: "Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas, d.h. Petrus, heißen".
bulletJesus trifft auf Philippus, der aus dem Ort von Andreas und Petrus stammt. Auch den Philippus lädt Jesus ein: "Folge mir!"
bulletPhilippus trifft den Nathanael und lädt ihn zur Nachfolge ein. Nathanael ist ein kritischer und vorurteilsbeladener Mensch: "Was kann Gutes aus Nazareth kommen?"
bulletJesus spricht ihn, den Kritischen vertrauensvoll und einfühlsam an: "Siehe, ein wahr Israelit, in dem kein Falsch ist."
bulletNathanael glaubt, weil Jesus seine Lebens- und Glaubensbiographie kennt.

So war es am Anfang, damals vor fast zweitausend Jahren. Vor fünfzig Jahren waren es andere Personen, die Studierende in der ESG ansprachen: "kommt und seht, wo ich wohne". Und heute, 1998, da seid Ihr es, lieber Sachin, liebe Stefanie, liebe Renate, lieber Joachim und lieber Wolfgang.

Mein Wunsch für Euch als Hauptamtliche der ESG und für alle Hauptamtlichen der khg ist leichter ausgesprochen, als im täglichen Leben und Miteinander verwirklicht:

Lassen wir uns als Hauptamtliche wieder neu und tief ansprechen, anrühren, neugierig machen vom Ruf Jesu Christi: "Kommt, und ihr werdet sehen!". Das wird uns Mut und Überzeugung schenken, dann Studierende und Lehrende einzuladen: "Kommt, und ihr werdet sehen!" So kann sich ein Schneeballsystem entwickeln, das auch kritische und vorurteilsbeladene Menschen zu uns als "Kirche an der Hochschule" führt, weil sie sehen und vielleicht einen ganzen Tag bei uns bleiben, und wenn ER es will, auch länger.

Mein Dank an diesem Abend richtet sich an die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die Studierenden in Gemeinderäten und Arbeitskreisen von ESG und khg. Vergelt's Gott dafür, dass ihr immer wieder bohrend und ausdauernd uns Hauptamtliche fragt: "wo wohnst du?". Ich kann euch nur ermutigen, dies häufiger zu tun. Und wenn wir Hauptamtliche überzeugt und aufrichtig antworten können: "Kommt, und ihr werdet sehen!", dann wird Sein Segen auf der Kirche an der Hochschule in Nürnberg ruhen.

Das ist unser Kairos als ESG und khg, als "Kirche an der Hochschule". Der Ruf des Täufers gilt zunächst uns Hauptamtlichen: metanoiete. Wir dürfen ihn dann weitergeben an andere Menschen: metanoiete, kehrt um, denn das Reich Gottes ist nahe.

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